Deo selbstgemacht

Seit ein paar Monaten benutze ich mein selbstgemachtes Deo.

Warum kein gekauftes Deo mehr?

Schon lange war ich auf der Suche nach dem richtigen Deo. Ich habe den Spleen, dass ich Deo nicht lange riechen kann und häufig nach zwei- dreimaligem Verwenden den Geruch des Deos mit Schweißgeruch assoziiere. So ganz ohne Geruch mag ich allerdings auch nicht.

Ein weiterer Punkt bei Drogeriedeos ist das Aluminiumchlorid, also ein Aluminiumsalz. Dieses Salz sorgt dafür, dass aus dem Deodorant ein Antitranspirant wird, also ein Produkt, welches nicht nur beduftet, sondern vor allem Schwitzen unterbindet.

Das Aluminiumchlorid setzt sich in die Poren, sodass ein Schwitzen an der Hautoberfläche nicht entsteht. Bei sehr starken Antitranspiranten merken Anwender auch häufig, dass sie zwar unter den Achseln nicht mehr schwitzen, dafür aber an anderen Stellen.

Das liegt daran, dass Schwitzen gesund ist und eine Körperfunktion erfüllt. Unter anderem wird durch Schwitzen der Körper entgiftet und die Temperatur reguliert. Muss der Körper also eine dieser Funktionen ausführen, so schwitzt er. Kann er das nicht in den Achseln, weicht er auf andere Körperregionen aus.

Das heißt das Aluminiumchlorid unterbindet eine wichtige Körperfunktion. Momentan drängen viele sogenannte 72h-Deos auf den Markt. Diese sollen trotz Duschen das Schwitzen für ganze drei Tage unterbinden. Ehrlich gesagt wird mir bei dem Gedanken ein bisschen anders.

Das Problem bei Aluminiumchlorid ist aber nicht nur das massive Unterbinden des Schwitzens, sondern auch, dass Aluminium im Körper abgelagert wird, da der Körper diesen Stoff schlicht nicht abbauen kann.

Es soll wohl Verbindungen zwischen Aluminiumchlorid und Alzheimer oder Brustkrebs geben (bei beiden Krankheitsbildern wurde bei Patienten wohl eine verhältnismäßig hohe Ablagerung an Aluminium im Gehirn/der Brust festgstellt). Zwar ist ein eindeutiger Nachweis nicht gelungen, aber bis heute wurde auch noch kein Nachweis dafür geliefert, dass Atomkraftwerke für eine hohe Leukämierate verantwortlich sind. Jedenfalls finde ich einen Zusammenhang aus meiner Laiensphäre hinaus nicht ganz abwegig, denn wie gesagt, der Körper kann es nicht abbauen und so richtig gehört es einfach nicht in einen Körper, sodass ich mir wie gesagt eine pathologische Entwicklung durchaus vorstellen kann.

Hat ein solches Deo dann doch mal versagt, hat es unglaublich hässliche, gelbliche Ränder in meinen Klamotten hinterlassen, die die beste Waschmaschine häufig nicht mehr entfernen konnte.

Deos, die wirklich Deodorants sind und das Schwitzen nicht unterbinden, wirkten bei mir ehrlich gesagt nicht. Ich schwitze nicht sehr stark, aber bei diesen Deos stellte sich irgendwie nie so richtig ein trockenes Gefühl ein.

Aus diesem Grund stelle ich mir jetzt mein eigenes Deo her.

Was ich dafür brauche

1 Teil Natron

1 Teil Speisestärke

1 Teil Kokosöl

1 Spritzer Aloe Vera Gel

5 – 10 Tropfen ätherische Öle (Teebaum- und Lavendelöl)

Ich stelle immer nur sehr kleine Portionen her, da ich keine Konservierungsmittel verwende und auch immer mit den Fingern in die Creme gehe. Deswegen ist „1 Teil“ bei mir meist 1 Esslöffel.

Wozu das gut ist

Natron ist was den pH-Wert angeht basisch, Schweiß hingegen sauer. Durch das Natron wird der saure Schweiß neutralisiert, das schlägt sich vor allem beim Geruch nieder. Der Schweiß riecht durch die Neutralisierung nicht mehr.

Die Speisestärke hat einen ähnlichen Effekt wie die Aluminiumalze. Es verstopft die Poren und verhindert so eine Schweißbildung an der Oberfläche. Allerdings lange nicht so nachhaltig wie Aluminiumchlorid. Vorteil ist auch, dass Stärke vom Körper abgebaut werden kann, es kommt demnach nicht zu Ablagerungen im Körper, die irgendwas auslösen können.

Das Kokosöl wird aus mehreren Gründen hinzugeben. Zuerst ist es der Konsistenzgeber für die Deocreme. Dann wirkt das Öl schon sehr pflegend und feuchtigkeitsspendend für die Haut. Gerade da die Achseln durch eventuelle Enthaarungsprozeduren doch häufig etwas in Mitleidenschaft gezogen sind. Da das Öl auch einen leichten Kokosgeruch hat, soll es auch für den Duft verantwortlich sein (allerdings riecht das Deo bei Hinzugabe von ätherischen Ölen nicht mehr danach). Zudem soll es desinfizierend und antibakteriell wirken.

Das Aloe Vera Gel gebe ich hinzu, da es entzündungshemmend wirkt und ich durch das Haare entfernen doch ab und an mal kleine Wunden zu verzeichnen habe. Außerdem spendet es der Haut Feuchtigkeit.

Die ätherischen Öle sollen vor allem für den Duft hinzugegeben werden. Allerdings kann ich Teebaumöl nur schlecht riechen. Dieses gebe ich auch wegen der Wirkung hinzu. Teebaumöl soll antibakteriell und pilzhemmend sein.

Das Lavendelöl gebe ich zwar hauptsächlich wegen des Duftes hinzu (ich mag, dass es herb riecht), allerdings soll es auch entgiftend und antibakteriell wirken.

Die Herstellung

Da das Kokosöl fest ist, muss man dieses erstmal in einem Wasserbad ein bisschen verflüssigen, damit sich die Zutaten nachher alle schön mischen lassen.

Derweil pulverisiere ich das Natron. Natron hat eher eine körnige Konsistenz, die beim Auftragen etwas kratzig und unangenehm wird (zumindest das Kaisernatron, das Natron von DrOetker soll pulveriger sein).
Dabei mische ich gleich die Speisestärke hinzu.

Wenn das Öl sämig bis flüssig ist, gebe ich das Natron/Stärke Gemisch nach und nach hinzu und rühre das alles schön unter.
Wenn ich alles gut durchgerührt habe, gebe ich die ätherischen Öle hinzu, ca 5 Tropfen Teebaumöl und ca 10 Tropfen Lavendelöl, oder je nach Bedarf, eben wieviel Geruch man möchte. Zum Schluss gebe ich einen kleinen Spritzer Aloe Vera Gel hinzu (häufig wird das Deo in dem Moment schnell fest).

Danach lasse ich das ganze abkühlen und stelle es ca eine Stunde in den Kühlschrank, damit es die richtige Konsistenz bekommt.

Die Deocreme trägt man dann einfach mit den Fingern auf die Achseln auf.

Bitte nicht vergessen die Dose immer zu desinfizieren, damit Bakterien keine Chance haben.

Alternativen

Ich habe das ganze auch schon mal als Sprühdeo hergestellt. Solche Deos haben mir ehrlich gesagt nie so richtig zugesagt, deswegen auch nicht die Natronvariante. Dazu habe ich 1 TL Natron in 100 ml heißem Wasser aufgelöst. Auch hier habe ich einen Spritzer Aloe Vera Gel und ätherische Öle hinzugegeben.

Um das Deo als Stick zu benutzen, kann man dem ganzen Rezept noch einen 1/2 Teil Bienenwachs hinzugeben, welches man mit dem Kokosöl verflüssigt. die Konsistenz wird dann wesentlich fester. Ich hatte allerdings das Gefühl, dass das Deo da nicht so die gute Wirkung hatte.

Wenn man gerne auf die Stärke als „Antitranspirantmittel“ weglassen möchte, kann man dieses auch einfach tun. Es ist auch möglich sich die Achseln nur mit Natron zu bestäuben.

Man kann der Deocreme auch Zinkoxid hinzufügen, da dieses eine antibakterielle Wirkung hat. Ich habe es noch nicht ausprobiert und zögere da auch noch ein wenig, da Zinkoxid auch als Pigment verwendet wird und ich befürchte, dass dadurch doch Deoränder in der Kleidung entstehen könnten.

Fazit

Ich bin mit dem Deo sehr zufrieden und habe momentan nicht vor es wieder herzugeben. Meine Achseln sind trocken und der Geruch des Lavendels ist sehr dezent und nicht zu süß.
Wenn es draußen wikrlich sehr heiß ist, ensteht dennoch eine leichte Schweißbildung. Hier muss ich aber wirklich sagen, dass der Schweiß nicht riecht, also gar nicht. Auch hinterlässt das Deo keine Spuren an meinen Klamotten, was ich sehr angenehm finde.
Das Problem bei dem Deo ist, dass es schnell flüssig wird, wenn es warm ist, dann kann man es aber ohne Probleme im Kühlschrank lagern, auch ohne dass es zu fest wird. Sollte man zwischendurch das Gefühl haben, man möchte von einer Zutat noch mehr hinzugeben, kann man dieses jederzeit tun, man muss das Deo nur kurz im Wasserbad wieder etwas verflüssigen.

Mit den oben angegebenen Mengen komme ich ungefähr einen guten Monat aus.

Viel Spaß beim Nachmachen und Ausprobieren.

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